Ein alter Brauch - bis heute schön und nützlich

Das Pflanzen eines Baumes zu besonderen familiären Anlässen ist eine jahrhundertealte gute Tradition. Historische Fundstellen aus verschiedenen Gemeindearchiven belegen seine weit verbreitete frühe Existenz.

Einem Dokument des Holzdistriktes des Kirchspiels Albersdorf aus dem Jahre 1737 zur Folge bestand gem. §13 der örtlichen Holz- und Jagdordnung die Verpflichtung, "dass jede Mannesperson, welche sich zu verheiraten gedenke, schuldig und verpflichtet sei, vor anzutretender Ehe 10 junge Eichen oder 15 junge Buchen zu pflanzen".

Fürst Karl von Nassau zu Usingen wiederum hatte 1750 bis 1770 ein Dekret herausgegeben, dass in jeder Gemeinde ein Eichengarten als Hochzeits- und Geburtenwald anzulegen sei. Der Fürst ordnete an, dass die Untertanen für das Aufwachsen Sorge zu tragen hatten.

So hat dieser alte Brauch, Bäume anlässlich besonderer Ereignisse zu pflanzen, zum Erhalt der Schöpfung und unserer Umwelt beigetragen und ist heute ein gern geleisteter freiwilliger Akt mit hohem symbolischem Wert.

Was sonst verhilft dem persönlichen Glück zur Ewigkeit und erinnert immer wieder an diesen schönen Tag? Der Hochzeitswald ist ein ausdrucksstarkes Symbol für die Liebe und das Glück und enthält ganz nebenbei auch einen Teil der Zukunft unserer Kinder.

Immer mehr Städte entdecken diese alte Tradition für sich neu. Jede auf ihre Weise. Wer wissen möchte, ob auch in der eigenen Stadt diese Tradition Einzug gehalten hat, der kann sich beim Grünflächenamt seiner Stadt erkundigen.

Den Paaren, die keinen Hochzeitswald in ihrer Nähe haben, geben wir den Tipp im Internet zu recherchieren. Vielleicht finden Sie ja einen Hochzeitswald in dem Ort, in dem Sie Ihre Flitterwochen verbracht haben. Oder Sie pflanzen ein Olivenbäumchen auf Ihrer Terrasse. Diese Bäumchen werden nicht so groß und lassen sich auch in einem Terrakotta-Topf pflanzen.

Foto: Katja Kraemer - Fotolia.com

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